Spinalkanalstenose LWS

Wirbelsäule Neurochirurgie Mainz Wiesbaden Dr. med. L. Rößeler
Wirbelsäule Neurochirurgie Mainz Wiesbaden Dr. med. L. Rößeler

Als Spinalkanal bezeichnet man in der Wirbelsäule den zentralen Kanal, in dem die Nervenbahnen verlaufen und die Verbindung zum Gehirn herstellen. Im oberen Abschnitt des Spinalkanals liegt das Rückenmark; es reicht etwa bis zur Höhe der oberen Lendenwirbelsäule. Unterhalb dieses Bereichs verlaufen die Nervenbündel als „Pferdeschwanz“ (cauda equina).

Eine Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose) führt insbesondere bei Bewegung zur Störung der Durchblutung und Funktion der Nerven. Typisches Symptom ist eine fortschreitend abnehmende Gehstrecke: Betroffene müssen immer früher wegen Schmerzen oder Kraftverlust stehen bleiben. Diese neurogene Claudicatio (claudicatio spinalis) kann sich klinisch von der durch Gefäßverschlüsse verursachten „Schaufensterkrankheit“ unterscheiden – so ist Fahrradfahren bei einer spinalen Claudicatio häufig noch gut möglich, weil die vorgebeugte Haltung die Beschwerden lindert, während bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) die Belastung der Beine generell eingeschränkt ist.

Vorbeugen (z. B. Hände an die Knie, sogenannte Kutscherhaltung), Sitzen oder eine Vorwärtsneigung des Beckens entlasten oft die Symptome. Zusätzliche Probleme der Hüftgelenke erschweren dem Körper jedoch die Kompensation und verschlechtern die Belastbarkeit.

In frühen Stadien, insbesondere wenn der Rückenschmerz im Vordergrund steht, können gezielte Übungsprogramme und konservative Maßnahmen hilfreich sein; ebenso gibt es für Infiltrationen wissenschaftlich belegte Wirkungen. Führt die Erkrankung jedoch zu einer zunehmenden Einschränkung der Gehstrecke, zeigt die mikrochirurgische Dekompression des Spinalkanals nach vorliegender Evidenz gute Ergebnisse.

Bei der klinischen Untersuchung wird unterschieden, ob das Hauptproblem Schmerzen oder eine nervale Schädigung ist; daraufhin und unter Berücksichtigung der individuellen Lebensumstände wird die Therapie geplant. Wichtige Ursachen einer Spinalkanalverengung sind langjährige Überlastung, eine angeborene Enge oder eine Instabilität der Wirbelsäule.