Chronische Schmerzen

Schmerz erfüllt verschiedene Funktionen. Akut wirkt er als Warnsignal (Nozizeption): Unser Körper fordert Aufmerksamkeit, um Schaden zu vermeiden. Im chronischen Verlauf verliert der Schmerz jedoch nach und nach diese Schutzfunktion und wird zu einem ständigen, belastenden und quälenden Begleiter. In Deutschland leiden etwa 15–25 % der Menschen an chronischen Schmerzen — und es handelt sich dabei nicht nur um Rückenschmerzen. In diesem Prozess verändern sich sowohl die Qualität des Schmerzes als auch seine Funktion.

akuter Schmerz: Das Schmerzkonzept nach Descartes – „Noziception“

In der modernen Schmerztherapie orientiert man sich am biopsychosozialen Modell: Zuerst steht die biologische Ebene – das akute Schmerzerleben. Darauf folgt die psychische Ebene, in der der Schmerz bewertet, verarbeitet und emotional eingeordnet wird. Schließlich beeinflusst das Schmerzerleben das soziale Leben, etwa Verhalten, Alltagstätigkeiten und Teilhabe. Viele Facetten sind betroffen; die isolierte Behandlung der reinen Schmerzursache tritt deshalb zugunsten eines ganzheitlichen Behandlungsansatzes in den Hintergrund.

Das biopsychosoziale Modell des chronischen Schmerz

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass nach Eintritt einer Chronifizierung eine multimodale Therapie die Lebensqualität deutlich verbessert. Multimodal bedeutet, dass Fachärztinnen und Fachärzte mit der Zusatzqualifikation „Spezielle Schmerztherapie“ gemeinsam mit Psychologinnen und Psychologen, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, Pflegekräften und dem Sozialdienst — jeweils mit unterschiedlichen spezialisierten Qualifikationen und spezifischen Therapieansätzen — in enger Abstimmung mit der Patientin bzw. dem Patienten ein individuelles, auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittenes Therapieprogramm erarbeiten.

 

multimodale Schmerztherapie
multimodale Schmerztherapie